Lyrik

Ode an die Klasse und die Lust

Tam tam tam ta-ta-tam tam tam
Rotfröntchen
Tam tam tam ta-ta-tam tam tam

Umfrage

Leider sahen sich die Aktivist_innen, die diesen Blog verantworten, nach einem erfolgreichen Anschlag und dem Abdrehen einer dazugehörigen Videobotschaft gezwungen zwischenzeitlich in den Untergrund abzutauchen. Aus diesem Grund konnte zum einen die Videobotschaft leider bislang nicht zu ihrem Publikum finden, zum anderen wurde der Blog sträflich schleifen gelassen.
Das soll sich nun wieder ändern. Über ganz Europa verteilt sitzen Treffmist_innen in Internetcafés und warten auf lustvolle Inspirationserlebnisse für Texte, die die treffmistische Theorieproduktion fördern.
Um diesen Aktivist_innen in den verschiedenen treffmistischen Sektionen Inspirationspunkte zu anzubieten, seid Ihr, liebe Leser_innen des TAM-Blogs gefragt:

Was bedeutet für Dich Treffmismus?

Wir freuen uns auf viele Statements (am besten einfach als Kommentar zu diesem Eintrag), viel Lust beim Schreiben!

Eure TeleTam

Interview mit Miranda Kura

Zur Unterstützung der Mobilisierungsarbeit zum A/ITJ ist es uns gelungen, eine ganz besondere Interviewpartnerin zu gewinnen. Zwar war es leider nicht möglich, die große Vordenkerin des Linkstreffmismus, Colina Turnowa, zu erreichen, da sie sich zur Zeit auf einer längeren Vortragsreise befindet. Dafür stand uns ihre langjährige Mitarbeiterin und Weggefährtin Miranda Kura Rede und Antwort. Schon an dieser Stelle geht ein lustvolles Dankeschön an Miranda.

TAM: Miranda, du bist seit den allerersten Anfängen des Treffmismus in der Bewegung dabei. Das A/ITJ gibt es aber dieses Jahr erst zum vierten Mal. Wie steht eine treffmistische Vorkämpferin zu einer solchen Neuerung?

MK: Etwas ganz Neues sind treffmistische Sommercamps ja nun auch wieder nicht. In den späten 90er Jahren, also vor den Auseinandersetzungen um Colinas in „Klasse und Lust“ formulierter Kritik an bestimmten innertreffmistischen Tendenzen, gab es in drei Jahren in Folge ein Treffmisitsches Sommercamp (TS). Diese Camps haben sich aber ganz grundsätzlich vom A/ITJ unterschieden, insofern sie jeden Versuch, marxistische Analyse zu thematisieren, in Lust-Orgien begrub. Ich formuliere gerade etwas polemisch, das ist mir klar. Aber Ich konnte letztes Jahr auf dem A/ITJ in Hannover erfahren, wie treffmistisches Zusammenleben auch aussehen kann. Colinas Kernthese findet einmal mehr Bestätigung, vergleicht mensch TS mit A/ITJ.

TAM: Auch in der II. Inter-/Antinationale (Treffmist_innen) gibt es – gerade unter jüngeren Genoss_innen – Tendenzen, das TS zu mythologisieren. Wie stehst du zu diesen Tendenzen?

MK: Ich bin der Überzeugung, daß dies der Versuch eines Rückschritts in die Barbarei unter dem Mäntelchen des „anarchohedonistischen Linkstreffmismus“ ist. Tendenzen wie diesen werden Colina und ich in unseren Workshops zu „Arbeiter_innenklasse und Orgie“ (Colina) und „Quo vadis, Anarchohedonismus? Fortschritt oder Barbarei“ (meine Wenigkeit) thematisieren und ihnen aufs entschiedenste entgegentreten. Im ganzen ist aber zu konstatieren, dass es natürlich auch im Linkstreffmismus immer Flügelscharmützel geben wird, und dass gerade auch dadurch eine lebendige und lustvolle Diskussionskultur erhalten bleibt.

TAM: Aus treffmistischen Kreisen gab es im Vorfeld der Organisation des A/ITJ Kritik an Workshops wie „Hedonistisches Kochen“ oder „Batiken mit Lust“. Diese würden das treffmistische Projekt ins Lächerliche ziehen und seien überhaupt „untreffmistische Hippie-Scheiße“. Wie stehst du zu dieser Kritik?

MK: In meinen Augen manifestieren sich in dieser Kritik einmal mehr Vereinheitlichungstendenzen, die dem im Treffmismus zu verwirklichenden Lustprinzip widersprechen. Wer sich an der „Hippie-Scheiße“ nicht beteiligen will, muss das ja nicht tun. Ich bin sehr froh, dass sich die TUSsies dafür entschieden haben, keine Zensur zu üben. Ich persönlich werde, wenn es sich einrichten lässt, auf jeden Fall beim Kochkurs dabei sein.

TAM: Neben der Weiterbildung und Diskussion innerhalb der II. Inter-/Antinationale (Treffmist_innen) ist ein Ziel der A/ITJ auch, neue Mitglieder für die treffmistischen Organisationen zu gewinnen. Welche Erfolgschancen siehst du für dieses zweite Ziel beim diesjährigen A/ITJ?

MK: Ganz große. Seit wir verstärkt in die Öffentlichkeit gehen zeigt sich ein erfreulich großes Interesse am Linkstreffmismus – und zwar in ganz Europa. Bisher gibt es auf anderen Kontinenten nur illegal arbeitende T-Zellen. Aber auch für diese stellt ein Großereignis wie das A/ITJ einen enorm wichtigen Ansporn für ihre tägliche harte und gefährlich Arbeit dar. Ihnen gilt unsere lustvolle Solidarität.

TAM: Miranda, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast!

Treffmistisches Sommercamp

Nach längerem Hin und Her stehen nun Ort und Zeit des vierten Anti-/Internationalen Treffmistischen Jugencamps (A/ITJ) fest: vom 29. bis zum 31. August werden sich Treffmist_innen aus aller Welt in Edinburgh/“Großbritannien“ treffen. Ausgerichtet wird das A/ITJ dieses Jahr von der ganz neu gegründeten Treffmistic Union of Scotland (TUS).
Es erwarten Euch eine Meng spannender Workshops, z.B. zum Lustbegriff bei Colina Turnowa, Klasse und Sex oder Hedonistisches Kochen, außerdem Konzerte (u.a. die Crust-Band Treff Me hat zugesagt).
Anmeldungen aufgrund staatlicher Repression bitte an: Treffmismus, Postfach 455564, 80469 München, bitte mit Frankiertem und an Euch adressiertem Rückumschlag.
Die TUSsies freuen sich auf Euch.
Treffmistische Grüße
Eure TAM

Raus zum treffmistischen CSD!

Auch wenn der Christopher Street Day in München schon seit Jahren nicht viel mehr als eine schwullesbische Loveparade ist: Der Versuch, radikal-treffmistische Positionen zu vermitteln liegt schon von daher nahe, dass eine hedonistischere Demonstrationsform kaum vorstellbar ist. Diese positiven Rahmenbedingungen wollen wir Treffmist_innen am morgigen Samstag nutzen, um unsere marxistische Analyse mit einzubringen und anti-/internationalistische Forderungen zu stellen.
Deshalb: Treffmist_inenn, reiht euch in den treffmistischen Block (im vorderen Drittel, zu erkennen an großem tam-Frontranspi) ein! Lasst uns Stonewall zurück auf Münchens Straßen tragen!
Stonewall heißt Angriff!

tam dementiert existenz einer „mtam“

aus aktuellem anlaß verleumderischer anschuldigungen gegen die II. inter-/antinationale (treffmist_innen) geben ihre mitgliedsorganisationen tam, qtam, latte und eta bekannt:
innerhalb der strukturen der II. inter-/antinationalen (treffmist_innen) gibt es nicht und hat es nie gegeben eine organisation namens „mtam“ („militante treffmistische aktion münchen“), die den „bewaffneten arm der tam“ (sz vom 1.7.2008, S. 6) darstellen soll. wir wissen nicht, wer diese organisation ist, haben keinen kontakt zu ihren mitgliedern und haben starke zweifel an ihrer existenz.
der verdacht liegt nahe, daß es sich um eine propagandakampagne gegen das ansehen der II. inter-/antinationale (treffmist_innen) handelt, die entweder von den staatlichen repressionsorganen der brd, der atam („antitreffmistische aktion münchen“) oder einer strategischen zusammenarbeit beider akteur_innen getragen wird.

gezeichnet
tam, qtam, latte, eta

Hinweis auf neue Veröffentlichungen

Unter dieser Rubrik wird die tam (treffmistische aktion münchen) regelmäßig auf Neuerscheinungen, die im Zusammenhang mit treffmistischer Theorie und Praxis von Interesse sind, hinweisen.

Neu erschienen:
Kura, Miranda u. Turnova, Colina (Hgg.): Hedonism- Eudaimonia – Class. Towards a Treffmistic Approach to Traditions of a Philosophy of Life. (Proceedings of the 2nd Inter-/Antinational Treffmistic Conference, 23.-30.12.2007 Copenhagen), London 2008.

Strömung

„Treffmismus ohne marxistische Klassenanalyse führt auf direktem Weg in die Barbarei.“ (Turnowa, Colina: Klasse und Lust. Zu den theoretischen Grundlegungen eines Neuen Treffmismus, München 2002, S. 399.)